Capitol Kino Bernburg

Reservierungen: (03 47 1) 62 38 32

Filmspektrum
Filmspektrum

Unser Kino­programm bietet Ihnen von aktuellen Block­bustern bis hin zu Klassikern aus Ost und West echte Vielfalt.

Visionsbar
Visionsbar

Durch eine breite Glas­scheibe vom Kino­saal getrennt, können Sie in unserer Visions­bar bei Speisen und Getränken den Film genießen.

Ambiente
Ambiente

Unser Kino ist das letzte Art Déco Kino in Deutsch­land, mit einer einzig­artigen Atmosphäre für Film­genuss und Veran­staltungen.

Events
Events

Vom Kinder­ge­burts­tag über Betriebs­feiern bis hin zu Auto­gramm­stunden bietet das Capitol viel Raum für allerlei Events.

Die Visionsbar im
Filmtheater Capitol Bernburg

Durch eine breite Glasscheibe vom großen Kinosaal getrennt, kann man in unserer Visionsbar gleichzeitig den Film auf der Leinwand verfolgen und in gemütlicher Atmosphäre etwas essen und trinken.

Die Visionsbar mit Blick auf die Leinwand

Die Visionsbar im Filmtheater Capitol Bernburg wurde im Rahmen der Rekonstruierung von 1985 bis 1987 eingebaut. Sie verfügte über neun Tische sowie einen großen Tresenbereich und eine Garderobe und wurde am 07. Oktober 1987 eröffnet. Die Idee, im Capitol eine Visionsbar einzurichten, hatten die Kinoverwalter bereits Ende der 70er Jahre. Die Eröffnung war für 1981 vorgesehen.

Bis zur politischen Wende 1989/90 wurde die Bar sowie das komplette Kino von der Bezirksfilmdirektion Halle betrieben. Nach der Wiedervereinigung kaufte die Mata Hari Videotheken GmbH das Kino, erhielt und baute die Visionsbar um. Von nun an gab es zwölf Tische mit über 60 Sitzplätzen, die alten Drehsessel wurden gegen neue Rollsessel ausgetauscht und auch die Tische erneuert. Des Weiteren kam auch ab diesen Zeitpunkt der Kellner direkt zum Tisch und die Gäste brauchten ihre Speisen und Getränke nicht mehr selbst am Tresen abzuholen.

Die Visionsbar ist bis zum heutigen Tage ein Zuschauermagnet, man kann immer noch während des Films zum Beispiel gemütlich ein Gläschen Wein trinken, etwas essen oder sogar eine Zigarette rauchen. Denn die Visionsbar ist der offizielle Raucherbereich des Capitols.

Seit Juni 2010 kann man unsere Visionsbar auch mieten, zum Beispiel für Betriebsfeiern, Präsentationen usw. Bei Interesse setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung.

Getränkeausschank während des Films

Geschichtlicher Hintergrund

Die Idee zu dieser kleinen Form der Filmpräsentation hatte der Leiter des damaligen Bezirkslichtspielbetriebes (BLB) Halle, Artur Matthaes, Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre. Ziel war es, Filme getrennt vom Saal und mit gastronomischer Betreuung zeigen zu können, um so die Filmtheater attraktiver zu machen und dem dramatischen Besucherrückgang entgegenzuwirken. Vom Höchstwert mit DDR-weit 316 Millionen Gästen im Jahr 1957 waren die Kinobesucherzahlen auf nur noch 77 Millionen im Jahr 1975 gefallen. Hauptursachen dafür waren der wachsende Lebensstandard mit Lohn- und Rentenerhöhungen, komfortableren Wohnungen, mehr und vielfältigeren Freizeitangeboten und größerer Mobilität, ein breiteres Medienangebot – vor allem das Fernsehen beeinflusste quantitativ und qualitativ den Kinobesuch – und nicht zuletzt die vorsichtige kulturpolitische Öffnung unter Erich Honecker. Dadurch veränderten sich die Erwartungen der Menschen an den Film und seine Abspielstätten erheblich. Mit oft nur notdürftig instand gehaltenen Filmtheatern, deren Sitzkomfort und Serviceangebot arg zu wünschen übrig ließen, und einer Filmauswahl, die von Werken aus sozialistischen Ländern dominiert wurde und zu wenige der von den Gästen bevorzugten Komödien, Musik-, Abenteuer- und Actionfilme bot, konnte man immer weniger Zuschauer ins Kino locken. Kulturminister Hans-Joachim Hoffmann brachte das Problem 1984 auf den Punkt: „Früher ging man ins Kino, weil es im Kino schöner war als zu Hause […]. Aber jetzt ist es meistens zu Hause schöner, und man sitzt bequemer.“ Er schlussfolgerte: „Wir müssen deshalb am weiteren Komfort des Kinos arbeiten.”

Direkte Vorbilder für seine Visionsbar hatte „Erfinder” Matthaes nicht – weder in Ost- noch in Westeuropa scheint es vergleichbare Einrichtungen gegeben zu haben; zudem war konkretes, anschauliches Wissen über „den Westen” kaum vorhanden und fand das Lichtspielwesen in den übrigen Ostblockstaaten unter völlig anderen Bedingungen statt.

Das größte Problem bei der Projektierung der ehrgeizigen Visionsbar-Idee war die Glasscheibe – für eine durchgehende Scheibe reichten die technischen Möglichkeiten nicht aus, also wurden meist mehrere kleine nebeneinander eingesetzt und durch Verbindungsstreifen gehalten. Außerdem sollte sich das projizierte Filmbild ja nicht in der Glasscheibe spiegeln, also musste auch hier gerechnet und probiert werden.

Die erste Visionsbar der DDR (der Welt?!) wurde in die Lichtspiele Theißen (bei Zeitz im äußersten Südzipfel des Bezirkes Halle) eingebaut und am 22. April 1970 eröffnet. Es folgten „Glasscheiben-Kinos” in Zeitz, Thale, Querfurt, Artern, Kayna, Weißenfels, Sangerhausen, Gräfenhainichen, Köthen, Bitterfeld, Merseburg, Eisleben, Aken, Bernburg und anderen Orten. Im Jahr 1989 hatte nahezu jeder der 23 Kreise im Bezirk Halle mindestens ein Filmtheater mit Visionsbar.

Alle Visionsbars, die in den übrigen Gegenden der DDR gebaut wurden, dürften Nachbauten der hallischen Erfindung gewesen sein. Sehr wahrscheinlich verbreitete sich die Idee in den ersten Jahren informell, das heißt im Rahmen von Erfahrungsaustauschen zwischen einzelnen Bezirksfilmdirektionen (BFDen) und über persönliche Kontakte einzelner leitender Mitarbeiter der BFDen. Die Magdeburger Kinoverwalter kopierten die Visionsbars sehr schnell – schon 1974 wurde in das Magdeburger Theater des Friedens die erste Bar eingebaut. Im Bezirk Karl-Marx-Stadt wurden zwischen 1976 und 1980 fünf Visionsbars in größere Filmtheater eingebaut. Auch rund um Dresden, Frankfurt/Oder, Gera, Erfurt und Potsdam wurden in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre „Glasscheiben-Kinos” errichtet. Auch hier ging der entscheidende Impuls offenbar von Besuchen in Bars befreundeter BFDen aus: Ein Zittauer Filmvorführer etwa berichtete, dass die Visionsbar in der Schauburg nach Vorbildern im Bezirk Karl-Marx-Stadt gebaut wurde.

Seit etwa 1976 lief der Informationsfluss auch über offizielle Kanäle. Mitte der 1970er Jahre prüfte eine Arbeitsgruppe des Ministeriums für Kultur die Neuentwicklung, ein Informationsfilm wurde gedreht und Besichtigungstouren zu bestehenden Visionsbars angeboten. Spätestens 1977 hörten auch die letzten noch „unwissenden” BFD-Mitarbeiter der DDR von diesen neuen „Glasscheiben-Kinos”, da Artur Matthaes in seinem Referat bei der Zentralen Konferenz des Lichtspielwesens darauf einging. Dieser Vortrag und andere Anmerkungen zum Thema „kleine Kinoformen” lösten eine hitzige Debatte aus, in der sich vor allem Filmemacher (zum Beispiel Konrad Wolf) und Filmpublizisten (zum Beispiel Fred Gehler) skeptisch bis ablehnend äußerten. Da die Neuentwicklungen jedoch vom Publikum mit Begeisterung angenommen wurden, Geld in die leeren Kinokassen spülten und der Bau ohnehin kaum rückgängig gemacht werden konnte, blieb der Hauptverwaltung Film nichts anderes übrig, als sich dennoch für die Innovationen auszusprechen.

Fast alle Visionsbars verschwanden als Folge der gesellschaftspolitischen und ökonomischen Veränderungen 1989/90 aus den Filmtheatern. Dies hing mit dem neuen Kinowirtschaftssystem und der Abwicklungspraxis der Treuhand zusammen, bei der es einzig und allein um die Finanzkraft der kaufwilligen Kinokonzerne und nicht um soziokulturelle Fragen ging. So kamen einige Interessenten (etwa Constantin in Zittau), die Filmtheater samt Visionsbar weiterbetreiben wollten, nicht zum Zuge.

(Quelle: www.ddr-klubkinos.de, Tanja Tröger)

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